Bloggen ist mir eigentlich zu anstrengend.

Hass und Weihrauch und ein Blogger. Ich blogge nicht richtig und nicht regelmäßig, gar nicht themenspezifisch und auch völlig an jedem Thema vorbei und eigentlich ist das auch alles völlig absurd. Wenn mir dann doch mal eine brauchbare Idee kommt, schreibe ich vier Wochen lang Dinge in verschiedene Notizbücher, einen digitalen Zettelkasten, und auf die Rückseiten von irgendwelchen Rechnungen. Naturgemäß ist da sehr viel Müll dabei, so etwa vierundneunzig Prozent. Dann kommt irgendwann, mitten in der Nacht, ein Motivationsschub, der für gewöhnlich völlig eskaliert. Ich werfe dann alles über den Haufen und schreibe neu. Hübscher. Besser. Ganz gleich ob Hausarbeit, Blogartikel oder Bewerbung. 

Seit einiger Zeit schreibe ich auf  ex-hibit  zusammen mit einigen sehr guten Freundinnen über zeitgenössische Kunst, Kultur und irgendwie auch Gesellschaft. Das Nette an diesem Projekt  (und am Bloggen generell) ist, dass man die Themen selber wählt, und auch, wie man sie umsetzt. Die Freiheit, mit Medien zu spielen, auszuprobieren, wie Inhalte abseits vom Fließtext einer Seminararbeit oder eines Zeitungsartikels dargestellt werden können, ist ganz ganz großartig. Und das selbst jetzt schon, wo meine Fähigkeiten, was html und CSS angehen, wirklich ziemlich für die Katz’ sind.

Bloggen ist mir eigentlich zu anstrengend, trotzdem sitze ich gerade da, arbeite an zwei verschiedenen Beiträgen, über avenidas und Gurlitt; einen dritten über das Tote Tier in der Kunst habe ich ganz lose schon im Kopf, ebenso wie einen gesellschaftspolitischen für sahnigekultur. Für diese Notiz ist jetzt auch schon ganz schön viel Zeit drauf gegangen und so schlimm kann das alles dann doch irgendwie auch nicht sein.

Weiter im Text.

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N.

Notiz: Pandemie und Kultur

Wir wollen Digitalisierung gestalten – mit Zuversicht und guter Laune.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 3. Juli 2020 in der Plenardebatte zum Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG).

Beides, Zuversicht und gute Laune sind mitten in einer Pandemie (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befinden wir uns kurz vor dem 2. »Wellenbrecher-Lockdown«) nicht gerade breit gestreut, zumal in der Kultur.

Seit März, also dem Beginn der Pandemie in Deutschland, haben Vertreter von Kunst- und Kulturschaffenden, von Bühnen und Museen, als auch Kulturredakteur*innen in großer Zahl viel gefordert, mal mehr Unterstützung, mal weniger Einschränkungen für die Kunst – gebracht hat es nun leider nicht die erhoffte Resonanz – immerhin hat die Bundesregierung mit dem Programm NEUSTART KULTUR eine Milliarde Euro für den institutionalisierten Kulturbetrieb zur Verfügung gestellt.
Jetzt, kurz vor dem zweiten Lockdown, knarzt es allerdings wieder gewaltig: am 2. November werden neben der Gastronomie auch Kultureinrichtungen für mindestens vier Wochen komplett geschlossen.

Diese Entscheidung hat erwartungsgemäß sehr viel Unmut erzeugt, so wirft etwa Susanne Hermanski von der SZ der bayerischen Staatsregierung »irrationales Handeln« vor, Jan Brachmann von der FAZ sieht einen »Affront gegen Kulturschaffende«. Natürlich haben sich auch Künstler zu Wort gemeldet, so zB der Jazz-Musiker Till Brönner, zu dem Andrea Tribel auf Twitter eigentlich auch schon sehr viel gesagt hat.

Jetzt ist es so, dass sich in Deutschland bisher wohl niemand in einer Kultureinrichtung angesteckt hat (sagt auch der Bühnenverein in einer Stellungnahme an die Bundesregierung), das Argument wird jedenfalls häufig angebracht, allerdings ist es eben auch so, dass das Robert-Koch-Institut in 75% der bekannten Fälle gar nicht sagen kann, wo die Ansteckung überhaupt stattfand.

Natürlich ist es für viele freischaffende Künstlerinnen, Bühnentechnikerinnen, Handwerkerinnen, Kuratorinnen, Ausstellungsdesignerinnen, etc. pp. ein großes Problem, ich streite das auch nicht ab, viele Menschen stehen da vor einer existenziellen Krise. Deshalb aber so zu tun, als wäre es völlig unproblematisch, mitten in einer Pandemie Menschen zu Hunderten in geschlossenen Räumen zu sammeln, ist unaufrichtig.
Während der Vorstellungen mag das vielleicht kein Thema sein, aber zu so einem Theater- oder Museumsbesuch gehören eben viel mehr: An- und Abreise, Anstehen, Pausen, Toilettengänge, und so fort. Diese Gelegenheiten können die Einrichtung nur zT bzw. gar nicht kontrollieren. Mittlerweile wissen wir zudem, dass man auf so genannte Selbstverantwortung nicht so viel geben kann.

Das eigentliche Problem hinter alldem ist auch nicht die Schließung selbst, sondern dass der Kulturpolitik ihre precious Kulturlandschaft ausreichend egal zu sein scheint, um wirklich handfeste Maßnahmen zu deren Sicherung einfach zu unterlassen, stattdessen haben Museen wieder Angst vor Kürzungen. Es ist ja nicht so, als hätten wir das im April nicht schon wissen können.

Persönlich verzichte ich in diesem Jahr (und vermutlich im Nächsten auch) auf solche Veranstaltungen, Kulturbeflissenheit hin oder her. Ich könnte nicht ertragen, jemandem mit dieser Scheiße anzustecken.